Bschiss auf dem Rücken des Mittelstandes

Worum geht’s beim viel zitierten Kinderabzug-Bschiss und wer profitiert davon? Die Bürgerlichen, zusammen mit der SVP, wollen die Kinderabzüge bei den direkten Bundessteuern von 6.500 auf 10.000 Franken pro Kind erhöhen. Das tönt verlockend und wird als Familienförderung verkauft, ist aber ein reiner Steuer-Bschiss. Dieser Bschiss kostet die Allgemeinheit 370 Millionen im Jahr, die anderweitig fehlen, und es profitieren fast nur Topverdiener-Familien, die wiederum nur 6% aller Haushalte ausmachen. Paradox ist dabei auch, dass wer eine halbe Million im Jahr verdient, sicher nicht auf eine Steuererleichterung von maximal 910 Franken angewiesen ist. Und die Familien, die dringend auf Entlastung angewiesen sind, haben ohnehin nichts von dieser Vorlage. Fast 50% der Familien mit unterstützungsberechtigten Kindern zahlt gar keine Bundessteuer, weil sie zu wenig verdienen. Von «Nichts» kann mach auch nichts abziehen. Wenn aber aufgrund der Steuerausfälle Prämienverbilligungen gestrichen und Kita-Tarife erhöht werden, sind diese als erste betroffen. Gute Familienpolitik sieht anders aus: Wie zahlen wir die steigenden Krankenkassenprämien? Wo finden wir bezahlbaren Wohnraum? Gibt es noch freie Kita-Plätze? Diese Fragen beschäftigen die Familien. Wer wirksame Familienpolitik betreiben will, muss dort ansetzen und nicht Geld sinnlos zum Fenster rausschmeissen. Darum «Nein» zum Kinderabzug-Bschiss.

Susanne Kaufmann, Grüne Münchenstein

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