weibliche Parteisoldatin oder männlicher Parteioffizier?

Einige GemeindepräsidentInnen haben das Loblied auf die bisherige Regierung und das bürgerliche Viererticket gesungen. Haben sie schon vergessen, dass diese Regierung den Gemeinden gerade jede Selbstbestimmung genommen hat? Haben sie vergessen, dass diese bürgerliche Regierung mit ihrer rigorosen Sparpolitik nur das Finanzdebakel bereinigt hat, das eine ebenfalls bürgerliche Regierung  vorher eingebrockt hat? Falls ihre Rechnung aufginge, wären die Frauen, die Hälfte der Bevölkerung, krass untervertreten in der Regierung. Haben sie vergessen, dass eine Demokratie von der repräsentativen Vertretung der Bevölkerung lebt? Auch eine der grössten Parteien des Kantons, die Sozialdemokraten, wären wiederum nicht vertreten in der Regierung. Haben sie vergessen, dass die bürgerlichen Parteien auf Bundesebene  stets das Loblied auf die Konkordanz singen? Sie bezeichnen Kathrin Schweizer als „nicht teamfähig“. Ich kann das nicht beurteilen, aber haben sie vergessen, dass die gleichen Verhaltensweisen bei einer Frau ganz anders beurteilt werden als bei einem Mann? Sie bezeichnen Kathrin Schweizer als „Parteisoldatin“. Haben sie vergessen, dass ihr Gegenkandidat „Parteioffizier“ der härteren Sorte ist? Da ist mir eine weibliche Parteisoldatin auf jeden Fall tausendmal lieber als ein männlicher Parteioffizier. Daher kann ich nur bestens empfehlen: Kathrin Schweizer und Isaak Reber in die Regierung, übrige Zeilen leer lassen. Und in den Landrat natürlich die Grünen – Liste 7 – wen denn sonst?

Anton Bischofberger