Nein zu „Energiepolitik nur mit der Bevölkerung“
Die Initiative wirkt wie ein Nostalgietreffen für Menschen, die glauben, der Heizölpreis von 1998 komme zurück. Dabei geht es schlicht darum, dass Heizsysteme irgenwann modernisiert werden müssen. Der HEV verkauft jede Veränderung als Angriff auf die Freiheit. Die Bevölkerung hat Ja zum neuen Energiegesetz gesagt, deshalb Nein zur Initiative des HEV.
Die Kampagne des HEV gegen das neue Heizungsgesetz wirkt langsam wie ein Nostalgietreffen für Menschen, die noch glauben, der Heizölpreis von 1998 komme jeden Moment zurück. Kaum geht es darum, alte Öl- und Gasheizungen schrittweise zu ersetzen, wird sofort der Untergang des Eigenheims beschworen. Man könnte meinen, der Staat wolle persönlich in den Keller steigen und den Hauseigentümern die Radiatoren abschrauben.
Dabei geht es beim neuen Gesetz weder um Verbote über Nacht noch um die Enteignung von Wohneigentum. Es geht schlicht darum, dass Heizsysteme irgendwann modernisiert werden müssen – so wie man auch kein Auto von 1974 mehr täglich fahren würde und dann überrascht tut, wenn es nicht mehr durch die Motorfahrzeugkontrolle kommt. Aber beim Thema Heizung wird plötzlich jeder Heizkessel zur schützenswerten Kulturerbe-Anlage erklärt.
Besonders kurios ist die Argumentation, Klimaschutz sei nur etwas für urbane Eliten. Als ob Wärmepumpen ausschliesslich in Zürcher Lofts funktionieren würden und nicht längst auch in Einfamilienhäusern auf dem Land. Viele Hauseigentümer investieren heute freiwillig in moderne Systeme, weil sie langfristig Kosten sparen und unabhängiger werden wollen. Der HEV hingegen verkauft jede Veränderung als Angriff auf die Freiheit – vermutlich wäre für manche Funktionäre sogar der Übergang vom Kohleofen zur Zentralheizung einst ein unzulässiger Eingriff gewesen.
Wer immer nur Angst vor Neuerungen schürt, darf sich nicht wundern, wenn er irgendwann vor allem eines verteidigt: den Stillstand.
Stephan Schwarz
Grüne Münchenstein