Die Hitze hat uns voll im Griff, und noch ist kein Ende dieser Hitzewelle absehbar. Fast täglich sind in den Medien Berichte über die Folgen dieser Hitzeperiode anzutreffen: Schäden an der Gesundheit der Bevölkerung (Übersterblichkeit), Folgen in der Landwirtschaft (Futtermittel- und Wasserknappheit und Notschlachtungen von Vieh), Folgen der Wasserversorgung für die Bevölkerung, Verändertes Landschaftsbild (braune Wiesen, ausgetrocknete Seen und Flüsse), und viele mehr. Die Leugner des Klimawandels sind recht still geworden. Unüberhörbar jedoch ist auf der politischen Ebene von links bis rechts der Ruf nach Anpassungen an das veränderte Klima. Plötzlich wollen alle Klimaanlagen, Begrünung der Innenstädte, Wasserrückhaltemassnahmen in der Landwirtschaft, hitzeresistentere Pflanzen usw. Nicht erst jetzt, sondern schon im letzten Jahr erarbeiteten die Grünen einen umfassenden Hitzeplan, um die Bevölkerung vor der zunehmenden Hitze zu schützen. Darin betonen sie auch, dass die Hitzewellen eine Folge der Klimakrise sind, «ohne konsequenten Klimaschutz sind unsere Gesundheit und unsere Lebensgrundlagen akut gefährdet».

Ich stelle aber mit Erstaunen fest: bei beinahe allen aktuellen Artikeln zur Hitzewelle wird ausschliesslich über die nötigen Anpassungen ans Klima gesprochen, aber wo bleiben die Artikel zu den Ursachen dieser Hitze und zur Bekämpfung der Ursachen? Sie sind praktisch inexistent. Es scheint, dass der Klimawandel nun eh stattfindet und dass wir nichts mehr dagegen tun können als uns an die veränderten Gegebenheiten anzupassen. Dabei geht vergessen, dass wir im Moment noch weit davon entfernt sind, die Klimaziele (Ausstieg aus den fossilen Energien) bis 2050 erreichen zu können, wenn wir die Anstrengungen dazu nicht bedeutend erhöhen. Zudem ist klar, dass wir in der Schweiz noch weit mehr vom Klimawandel betroffen sind als andere Regionen: der Temperaturanstieg ist in der Schweiz mehr als doppelt so hoch wie im globalen Durchschnitt.

Daraus gibt es nur eine Schlussfolgerung: Anpassungen ans veränderte Klima: Ja – aber ebenso wichtig sind verstärkte Massnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels. D.h.: mehr Photovoltaik, mehr Anstrengungen zur Übertragung des Sommerstromüberflusses auf den Winter, eine Co2-Abgabe auch aufs Benzin, keine Subventionen mehr für den Flugverkehr, Umstellung der Landwirtschaft von Fleischproduktion zu Ackerbau und viele weitere Massnahmen für die die Grünen schon seit mehr als vierzig Jahren kämpfen. Solche Massnahmen bedeuten letztendlich nicht Verzicht, sondern eine Steigerung der Lebensqualität.

Anton Bischofberger

Grüne Münchenstein